Verletzlichkeit

Wie wir eine einzelne Sache tun, bestimmt, wie wir alles tun. Diesen Satz aus den Grundlagen der Liebe habe ich mit mir getragen.
Das Thema Verletzlichkeit kam mir heute in den Sinn.
Oh diese Verletzlichkeit – wir sind so verletzbar, als ganzer Mensch mit Körper, Geist und Seele. Spüren wir den Schmerz, begreifen wir uns als verletzlich. Wir suchen Schutz – wir brauchen Raum, wo wir sicher sind, um uns dann dem Schmerz zuwenden zu können. Bei all unseren Aufgaben, Vorhaben, der Hektik und dem Druck des Alltags dürfen wir nicht vergessen, dass wir unseren Verletzungen den Raum, die Aufmerksamkeit geben, um es zu fühlen, unseren Schmerz, den wir als schutzbedürftigen Menschen zu durchleben haben. Der uns jedoch auch wachsen lässt, unsere Seele stärkt, um uns dann auch wieder dem Leben zuzuwenden.
Lasst uns nicht vergessen, uns diesen Raum und die erforderliche Zeit zu nehmen, diesen Schmerz zu fühlen und so die Verletzlichkeit zu einer Stärke, zu einer Kraft werden zu lassen. Eine Kraft, die aus einer Berührbarkeit, Weichheit erwächst. So wird der Schmerz zu einer sanften Stärke.
Der verletzliche Mensch ist auch ein weiser Mensch. Lasst uns nicht verhärten, weil wir die Verletzlichkeit einmauern, einen Schutz darum bauen.
Und wenn es doch passiert ist – lass uns hinschauen auf die Mauer – lass uns an die dünnste Stelle der Mauer gehen und uns den dünnsten Riss suchen, wo wir uns aus unserer Phantasie heraus vorstellen, dass sich zunächst ein einziger Tropfen dort seinen Weg bahnen könnte ———————- ganz sanft ——————- . Ich werde warten auf ihn und ihn sicher in einen Topf auffangen. Jede Träne des einzelnen Menschen sind unsere Tränen – die Tränen der Menschheit. Nur eine verletzliche Gemeinschaft, die wir alle in unserem Grunde sind, kann Sorge tragen für all das, was uns Hier auf Erden anvertraut ist.
So möchte ich umgehen – lass uns sie würdigen diese Verletzlichkeit!
21.5.26

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