Nun innehalten, mitten im Alltag, stauend freuen
– O Veilchen – du in meinem Blick!
Verrätst du mir dein Geheimnis?
Dein stilles Blühen, so völlig frei.
Dein ruhiges Harren, bei Regen
Wind, brennender Sonne.
So ergeben, klein und still.
Danach ruft mein Herz.
Du wartest der Dinge, die da kommen,
unverdrossen,
Deine Schönheit – du bedarfst keiner
Bewunderung.
Du blühst nur für dich,
Du bist dir genug.
Unergründbar dein Geheimnis.
Eingeflochten in Gottes Schöpfung,
zwischen Werden und Sterben.
Ein Jauchzen, dich zu sehen,
ist sogleich die Freude des Kosmos.
O Veilchen – so klein, so zart,
so stehst du vor mir,
wie du – so unbewegt in mir ruhen,
danach ruft mein Herz
Ich lausche – dem Geheimnis auf der Spur.
Mein Herz voller Freude.
Es ist vollbracht in der Begegnung mit dir.
11.4.26 Christine Brandl









