Langsamkeit

In einer Zeit die dringender wird, möchte ich langsamer werden. Nicht weil ich als Pubertierende das Gegenteil machen möchte. Es ist eine Sehnsucht, die mich ruft, mir zuzuhören – meine Seele zu hören. Die Gedanken sind schnell, doch ich merke meine Seele braucht Zeit. Ich möchte empfänglicher werden für das, was zu mir sprechen möchte, was aus mir geboren werden möchte. Hörende zu werden, für euch und für mich.
Ich merke -es braucht Langsamkeit. Zu lauschen, um die richtigen Fragen zu stellen. Das Leben spricht sich durch sich selbst aus – das sind die Antworten, die ich für mich entschlüsseln möchte. Die Möglichkeiten, die mich rufen, sie zu hören und mit ihnen mitzugehen. Langsam zu sein, still zu sitzen, nicht um nichts zu tun, sondern um lauschen zu können, um diese Verbundenheit zu spüren, diese Zugehörigkeit zur Seele der Erde. In der Langsamkeit nach Hause zu finden, immer wieder, um dort zu verweilen, sein, in den Stürmen mich in den Boden graben zu können und beweglich zu bleiben, mich nicht beweisen zu müssen, nichts darzustellen. Nährboden zu sein, lebendig zu bleiben, alle Gefühlen fließen zu lassen, mit euch Zeuge zu sein, mitzutragen, zu halten, mit euch in einer tiefen Zugehörigkeit das Seelenlied der Erde anzustimmen, dazu bin ich hier.

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